Piratiger Aschermittwoch 2010

“Ich bin Demokrat — 2.0!”

Am gestrigen Mittwoch fand zum ersten Mal der Piratige Aschermittwoch statt. Zu diesem Anlass kamen über 180 Piraten aus dem gesamten Bundesgebiet nach Ingolstadt, um der Premiere beizuwohnen. Auch Mitglieder aus dem Kreisverband Amberg-Sulzbach waren vertreten.

Redner wie der stellvertetende Bundesvorsitzende Andreas Popp zum Thema Bildung (“Weg mit den Studiengebühren, und zwar jetzt!”) oder Michael Bader zur FDP (“Eine Partei, die in Opernhäusern ihre Treffen veranstaltet, sollte vorsichtig sein bei der Benutzung des Wortes Dekadenz.”) heizten die Stimmung ordentlich an. Dabei blieb kein Auge trocken, unter tosendem Beifall bekamen die Bundestagsparteien eine volle verbale Breitseite ab. Darüber hinaus wurden aktuelle Themen kritisch beleuchtet. Weitere Redner waren Benedikt Schmidt, Martin Haase, Benjamin Stöcker, Fabio Köcher und Stefan Körner.

Presseartikel, Bilder und Videos der Veranstaltung werden im Piratenwiki gesammelt.
“Hauseigene” Bilder sind hier zu finden, in besserer Qualität als .zip Datei hier.

Ein herzliches Dankeschön geht an den Kreisverband Ingolstadt für die Organisation. Wir freuen uns auf das nächste Mal.

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Update: Bilder vom Neujahrsempfang

In der Galerie zum Neujahrsempfang 2010 gibt es jetzt über 20 neue Bilder der Veranstaltung zu sehen.

Bei dieser Gelegenheit soll auch nochmal auf den anstehenden Oberpfalzstammtisch verwiesen werden, der am 20. März in Neumarkt stattfindet. Anmeldungen im Piratenwiki sind erwünscht, um das allgemeine Interesse an einem Treffen für die oberpfälzer Piraten einschätzen zu können. Wir hoffen auf rege Teilnahme.

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Pressemeldung Schülerdatenbank

Datensammeln ohne Ende

Piraten warnen vor sinnloser Schülerdatenbank

Mit der zentralen Schülerdatenbank, wie sie unsere Landesregierung plant, entsteht eine beispiellose Datensammlung die niemand wirklich braucht. Immerhin ließen sich in den letzten mehr als 100 Jahren zahllose Schüler auch gut ohne zentrale Datensammlung zum Abschluss bringen.

Der Gesetzentwurf der Koalitionsparteien geht weit über dem ursprünglichen Ansatz hinaus, “Doppelanmeldungen von Schülern zu vermeiden”. Zur Vermeidung derartiger “Doppelanmeldungen” und zur Verbesserung des organisatorischen Ablaufs eines Schuljahres sei es keinesfalls notwendig, über die reinen Personendaten wie Name und Anschrift hinausgehende Daten zu erheben und zentral zu speichern.

Es sollen neben Geburts- und Adressdaten auch Daten über den sozialen Hintergrund, Migrationsstatus, Leistungsschwächen und Fördermaßnahmen erhoben werden, die ohne viel Phantasie der Stigmatisierung Tür und Tor öffnen können.

Wie kürzliche Datenskandale zeigen, besteht bei zentralen Datensammlungen immer die grundsätzliche Möglichkeit, dass unbefugte sich Zugriff verschaffen und die Daten an unberechtigte Stellen abfließen. Bei derart sensiblen Daten wäre das der datenschutztechnische Super-GAU.

Die Piratenpartei hat überhaupt kein Verständnis dafür, dass jeder Mensch schon als Schulkind umfassend erfasst, registriert und gespeichert werden soll. So steht am Ende eines sehr fragwürdigen Prozesses der gläserne Schüler!

Besonders die in den Neumarkter Nachrichten vom 14. Januar zitierten Äußerungen des Schulleiters des Willibald Gluck Gymnasiums, wonach in Zeiten von SchülerVZ und Facebook Skrupel hier nicht angebracht seien, stoßen bei uns auf Unverständnis. So werden Daten und Äußerungen in Facebook und anderen sozialen Netzwerken schließlich freiwillig veröffentlicht und nicht zwangsweise erhoben. “Wer Facebook mit einer staatlichen Zwangs-Datenbank vergleicht sollte dringend an seinem Wissen um die Details unserer Informationsgesellschaft arbeiten”, so Stefan Körner, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbands Oberpfalz der Piratenpartei. “Vielleicht sollte man hier mal das Wesen des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung erläutern” so Körner weiter, “möglich, dass es hilft, sich den Unterschied der Nacktheit beim Saunagang zum Unterschied zum Gang ins Museum ins Bewusstsein zu führen. Nur weil man das eine macht, möchte man zum anderen nicht gezwungen werden” versucht er es möglichst anschaulich zu erläutern.

Noch sieht der Gesetzentwurf eine Zweckbindung zur Unterstützung der Schulanmeldung, des Schulwechsels, der Kooperation von Schulen und zur Überwachung der Schulpflicht vor. Wie sich der Zugriff auf diese Daten in Zukunft entwickeln wird, ist nicht gewiss. Datenbanken wecken Begehrlichkeiten. Und so werden heute Abfragemöglichkeiten, die ursprünglich zur Aufdeckung terroristischer Geldströme eingeführt wurden wie selbstverständlich von Sozialämtern zur Durchleuchtung der Antragsteller genutzt.

Da nicht einmal die Regierung selbst die Kosten dieser Datensammlerei einschätzen kann, wäre sie besser beraten, mehr finanzielle Mittel in die Bildung in Form zusätzlicher Planstellen zu investieren.

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